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Innenraum Newsletter
Informationen zu Schadstoffen in Innenräumen Dezember 2005

Inhalt des Newsletters

Wohnraumlüftung und Hygiene

Betrug mit vorgetäuschten "Elektrosmog"-Messungen

Bewertung von Schimmel in Innenräumen

Perchlorethylen bei Putzereianwohnern - ein verdrängtes Problem?

Feinstaub in Innenräumen

Erste Schutzhütte in Passivhausqualität eröffnet

Publikationen, Tagungen und Kongresse


 

Wohnraumlüftung und Hygiene

Im Rahmen einer vom Österr. Wirtschaftsministerium beauftragten Studie wurden hygienische Aspekte bei energiesparenden Maßnahmen umfassend erörtert und bewertet.

Die Studie beschreibt aktuelle Publikationen, die in Zusammenhang mit dem Problemkreis erschienen sind und geht auf die Vor- und Nachteile ein, die mit dem Betrieb unterschiedlicher Belüftungsarten und - systemen einher gehen. Ausführlich behandelt werden die Themen Luftionisation, Luftfeuchte und Radon in Zusammenhang mit kleineren raumlufttechnischen Anlagen. Es wird auch der Frage nachgegangen, ob die Vermeidung bestimmter Einflüsse aus dem Außenbereich langfristig nicht vielleicht zu mangelnder Widerstandsfähigkeit des Menschen gegen Umwelteinflüsse führt (Hygienehypothese).

Der Schwerpunkt liegt bei Wohnraumlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, ein ausführlich behandeltes Thema ist der Einsatz von Luft-Erdwärmetauschern.

Die in Fertigstellung befindliche neue ÖNORM H 6038 für Wohnraumlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung wird voraussichtlich als Mindestvorgabe für die Zuluftfilter die Filterqualität F6 vorschreiben. Aufgrund der deutlich besseren Reduktion des Feinstaubanteils empfiehlt es sich jedoch, höherwertigere Feinstaubfilter einzuplanen.

Neben der aktuellen Studie noch Infos zum Technischen Status von Wohnraumlüftungsanlagen (Greml, FH-Kufstein)

Download Studien



Sehr verehrte Damen und Herren!

Ein nach wie vor heiß diskutiertes Thema sind mögliche gesundheitliche Auswirkungen von Wohnraumlüftungsanlagen auf die menschliche Gesundheit. Wir stellen eine neue Studie vor und bieten sie sowie weitere Informationen zum download.

Aus gegebenem Anlaß weisen wir auf Betrügereien hin, im Zuge derer eine Messung elektromagnetischer Felder angeboten und anschließend völlig ungeeignete Produkte verkauft werden. Die gewählte Verkausschiene basiert meist auf Botschaften der Angst und Desinformation. Wir liefern dazu die Hintergrundinformation.

Viel Spaß beim Lesen, die Herausgeber freuen sich wie immer über Feedback und Hinweise über interessante Artikel und Veranstaltungen aus dem Innenraumbereich.

Wir wünschen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2006!

Peter Tappler, Hans-Peter Hutter


  • Betrug mit vorgetäuschten "Elektrosmog"-Messungen
  • Die Diskussion um mögliche Gesundheitsfolgen elektro-magnetischer Felder hat einen unschönen Nebeneffekt: Betrügereien in Zusammenhang mit "Elektrosmog"-Messungen nehmen immer mehr zu. Meistens folgt der Ablauf dem gleichen Schema: Nach einem Keileranruf, bei dem eine "Elektrosmog"-Messung angeboten wird, kommt der meist völlig fachunkundige "Experte" ins Haus, misst mit ungeeigneten Messgeräten (z.B. Handelektrode, potentialgebundene Messungen) und versucht den Betroffenen zu vermitteln, wie gesundheitsschädlich die Situation im Bettbereich wäre - in der Regel aufgrund falscher Messergebnisse. Anschließend werden Matten, Pyramiden, Chips und ähnliches zu überhöhten Preisen angeboten.

    Die rechtlichen Folgen derartiger Aktivitäten sind nicht zu unterschätzen: Das Anbieten von unwirksamen Produkten erfüllt den Tatbestand des gewerbsmäßigen Betrugs nach § 169 STGB. Da die "Elektrosmogexperten" in der Regel keine Befugnis zum Messen von Feldern besitzen, ist unbefugte Gewerbeausübung anzunehmen. Zuguterletzt dürfen laut § 59 GewO vor Ort keine Bestellungen entgegengenommen werden.

    Sie erhalten umfassende Information zum Thema als download.

    Aufgrund der starken Zunahme derartiger betrügerischen Aktivitäten setzt das IBO gemeinsam mit mehreren öffentlichen Stellen den Schwerpunkt, solche Aktivitäten zu bekämpfen und ersucht Geschädigte, unter 01/9838080 Kontakt aufzunehmen.

    Download Informationen (Studien, Technisches, Rechtsinfo)
  • Bewertung von Schimmel in Innenräumen
  • Zu Beginn der Jahreszeit, in der es verstärkt zu Schimmelbefall kommen kann, möchten wir Ihnen aktuelle Hintergrundinformation liefern.

    Zur Sanierung von Schimmel in Räumen müssen bestimmte Vorgaben in Hinblick auf fachlich korrektes Vorgehen sowie den ArbeitnehmerInnenschutz beachtet werden. Hilfreich ist dabei der 2005 erschienene deutsche UBA-Schimmelpilzsanierungsleitfaden.

    Im Rahmen von Messungen des Innenraum Mess- und Beratungsservices wurden im vergangenen Jahr einige Fälle des vor allem auf zellulosehältigen Materialien wachsenden Pilzes Stachybotrys chartarum festgestellt. Da die die vom Pilz abgegebenen Mykotoxine (Trichothecene) als toxisch gelten, empfiehlt es sich, bei Befall von Gipskartonplatten, Tapeten, Zellulosedämmungen und ähnlichem die Anwesenheit dieses Pilzes in Betracht zu ziehen und bei der Sanierung entsprechend umsichtig vorzugehen.

    Infos zur Schimmel in Innenräumen
  • Perchlorethylen bei Putzereianwohnern - ein verdrängtes Problem?
  • Chemische Reinigung

    Oberflächlich betrachtet scheint es fast so zu sein, dass das Problem von in Wohnräume eintretendem Per (TCE, Tetrachlorethen) aus Chemisch-Reinigungsbetrieben in Österreich nicht existent wäre. Punktuelle Messungen zeigen jedoch, dass der WIR (Wirkungsbezogener Innenraum-Richtwert) von 250 µg/m³ TCE in diesen Räumen immer wieder massiv überschritten wird.

    Das IBO empfiehlt daher dringend, Innenräume, die an Chemisch-Reinigungsbetriebe angrenzen, untersuchen zu lassen. Die Vorgangsweise zu Messsung und Bewertung wird im Teil TCE der Richtlinie zur Bewertung der Innenraumluft beschrieben.

    Download Richtwert TCE (224 KB)
  • Feinstaub in Innenräumen
  • Experten halten vor allem den durch die Außenluft eindringenden Feinstaub (speziell Dieselrußpartikel) auf Grund seiner Inhaltsstoffe für gefährlich, Tabakrauch mit seinen ultrafeinen Partikeln steht dem jedoch nur wenig nach.

    In einer vom deutschen Allergie- und Asthmabund beauftragte Studie zeigten vorläufige Ergebnisse einer Studie, dass die Feinstaubkonzentration in Innenräumen oftmals die Außenluftkonzentration massiv überschreitet. Bei glatten Bodenbelägen liegt die Konzentration höher als bei textilen Bodenbelägen (wir werden bei Erscheinen der Studie weiter berichten).

    Messungen des IBO in klimatisierten Büroräumen mit hochwertigen Außenluftfiltern zeigten eine starke Verringerung der Feinstaubkonzentration gegenüber der Außenluft. Bauseitig empfiehlt es sich daher, auch bei kleineren lüftungstechnischen Anlagen (Wohnraumlüftung) hochwertige Feinstaubfilter einzuplanen.

    Empfehlungen zu Feinstaub in Büros
  • Erste Schutzhütte in Passivhausqualität eröffnet
  • Am Schießtlhaus am Hochschwab wurde auf 2200 m Seehöhe ein Passivhaus in alpinem Gelände fertiggestellt. Das IBO-Innenraum Mess- und Beratungsservice führte unter anderem die Messungen der Luftdichtigkeit durch.

    Die „erste Schutzhütte in Passivhausqualität“ basiert auf einem ökologischen Gesamtkonzept: Holzbau in Passivhausstandard, energieautarke Bewirtschaftung auf Basis von Solarenergie, biologische Abwasseraufbereitung sowie Regenwassernutzung

    Info zum Projekt
  • Publikationen, Tagungen und Kongresse
  • Das Institut für Hygiene der MUG-Graz sowie das Institut für angewandte Mikrobiologie veranstalten vom 24.-25. März 2006 eine interessante Tagung zum Thema "Pilze im Innenraum". Schwerpunkt sind medizinische Aspekte, Diagnostik und Bewertung sowie Prävention und Sanierung.

    Die Broschüre `Wohnen und Gesundheit' der ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt liefert umfassende Informationen zu wohnmedizinischen Problemen und erleichtert Abklärungen und Diagnosestellung von Innenraum-Belastungen. Sie bietet einen lesenswerten Rundgang quer durch den bunten Indoor-Gemüsegarten, angefangen von chemischen Schadstoffen über Umweltpsychosomatik bis zu rechtlichen Belangen und elektromagnetischen Feldern.

    Bei der Indoor Air 2005 in Peking wurde das vom Arbeitskreis Innenraumluft am Umweltministerium entwickelte Richtwertekonzept für VOC vorgestellt. Das Konzept erweckte bei den deutschsprachigen Teilnehmern großes Interesse. In der Praxis werden die Richtwertkategorien vor allem bei Sanierungsentscheidungen herangezogen.

    Vom 4.-8- Juni 2006 findet in Lissabon die Tagung Healthy Buildings statt. Wäre doch auch eine gute Gelegenheit für einen Badeurlaub, oder?

    Publikationen, Tagungsflyer und Links
    Telefon: 0043-(0)1-9838080


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